Warum Erdkunde?

Nach über 10.000 Jahren, in denen der Mensch die Erde bevölkert und sie nutzt, ruft unser Planet nach Hilfe.

Weißt du, wie du ihm helfen kannst?

Was weißt du überhaupt über diese Erde, die dich trägt und auf der du lebst?

Klar – mit der Zuordnung von ein paar Hauptstädten, Flüssen und Gebirgen sollte es noch klappen, und dass es in der Wüste wärmer ist als bei uns, ist auch bekannt. Aber wie sieht es genau mit den die Erde bestimmenden Strukturen und Prozessen aus?

  • Wie prägen z.B. Kräfte aus dem Erdinneren oder klimatische Unterschiede die Oberflächenformen der Erde und die Möglichkeiten des Menschen, diese als Lebens- und Wirtschaftsraum zu nutzen?
  • Welche nicht naturgeographischen Prozesse hinterlassen auf der anderen Seite ihre Spuren in den heutigen Raumstrukturen?
    Wie spiegelt sich beispielsweise unser Ressourcenverbrauch im Raum wider, wie die wachsende Weltbevölkerung?
    Warum unterscheidet man zwischen dem natürlichen und dem sog. anthropogenen Treibhauseffekt?
    Welche Folgen hat der demografische Wandel in Deutschland für die Ausstattung ländlicher und städtischer Räume mit Infrastrukturangeboten und meine eigenen Lebensentscheidungen?
  • Und inwieweit entscheidet jede/r einzelne von uns mit seinem alltäglichen Verhalten darüber, wie es mit „unserer Erde“ weitergeht?

In diesen Fragen wird deutlich: „Topografie“ – darunter versteht man die Beschreibung der Lage von Landschaftselementen wie Bergen, Flüssen, Siedlungen usw. und ihre Darstellung in Kartenwerken – ist nur ein kleiner Bereich dessen, womit sich das Fach Erdkunde beschäftigt.

Geographie ist eine Integrationswissenschaft, die naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven zusammenbringt, um einen Einblick in die komplexen Wechselwirkungen auf der Erde und ein entsprechendes Problembewusstsein sowie lösungsorientiertes strategisches Denken für die gegenwärtigen Probleme und zukünftigen Herausforderungen, wie beispielsweise den fortschreitenden Klimawandel und den Ressourcenverbrauch (z.B. in Form der Versiegelung von Böden durch Städtewachstum, der Nutzung fossiler Energieträger oder metallischer Rohstoffe, der Rodung von Regenwäldern, der Belastung der Meere u.a.), zu vermitteln.

Darüber hinaus untersuchen wir, inwiefern Menschen Räume unterschiedlich wahrnehmen und aufgrund subjektiver Interessen und Motive die jeweilige Darstellung des Raumes in den Medien bestimmen, sprich in ihrem Sinne „inszenieren“. Geographie ist traditionell ein methoden- und medienintensives Fach. In dieser Auseinandersetzung erwirbst Du Fähigkeiten zum reflektierten Umgang mit Medien. Geographische Kompetenzen bilden die Grundlagen zahlreicher Berufsfelder.

Wenn Du also neugierig geworden bist, dann freuen wir uns auf Deine Mitarbeit!

Erdkundliches Vorwissen wird nicht erwartet.

Natürlich kannst Du Erdkunde auch als Prüfungsfach im Abitur (mit einer schriftlichen Grundkursprüfung, einer mündlichen Prüfung oder als Präsentationsprüfung mit Kolloquium) belegen. Herausragende Ergebnisse während der Qualifikationphase und in der Abiturprüfung wurden in den letzten Jahren öfter im Rahmen der Abiturentlassung mit dem Carl Diercke Preis des VDSG (Verein Deutscher Schulgeographen) des Landesverbandes Hessen gewürdigt (s. z.B. Abiturentlassung 2020, Abiturentlassung 2022).

Worum es konkret im Erdkundeunterricht der einzelnen Jahrgangsstufen geht, liest Du auf der folgenden Seite…