Am Donnerstag, dem 17. September, fand der traditionelle Begegnungstag für die E-Phase statt, bei dem die TUT-Kurse verschiedene Unternehmungen durchführten, um sich als Gruppe besser kennen zu lernen und als Kurs zusammenzuwachsen.
Dabei traf sich der Orientierungskurs Geschichte mit seinem Tutor Herrn Lange um 10 Uhr am Schloss Wilhelmshöhe für eine Führung durch die Antikensammlung. Unter der fachkundigen und unterhaltsamen Anleitung von Achim Orgir lernten die Schülerinnen und Schüler dabei zunächst die Anfänge der europäischen Zivilisation kennen. Ausgangspunkt war eine geographische Karte, bevor Kreta am Beispiel der Bestattungsriten als frühe europäische Hochkultur vorgestellt wurde.

Auch im folgenden Verlauf der Führung lag ein zentraler Fokuspunkt auf der Religion respetive dem Polytheismus, der für die Geschichte des Imperium Romanum ebenfalls eine determinierende Rolle spielte. Das zeigte der Guide zum einen anhand der Büsten prominenter römischer Politiker, vor allem aber anhand der berühmten Statue des sogenannten Kasseler Apollo auf, der um 100 nach Christus als Kopie nach einem griechischen Vorbild aus der Mitte des fünften vorschristlichen Jahrhunderts entstanden ist und von dem Landgrafen Friedrich II. im 18. Jahrhundert erworben wurde. So wurde an diesem Standbild auch das große Interesse deutlich, mit dem die Landgrafen antike Zeugnisse sammelten und ihre eigene Antikenrezeption prägten.

Achim Orgir erklärte, dass in diesem Sinne beispielsweise auch die große Herkulesstatue kein Zufall sei, denn der mythologische Heros stehe für große Heldentaten und sei von dem Landgrafen bewusst als Symbol für die eigene Macht gewählt worden. Natürlich durfte an dieser Stelle auch ein Blick auf die berühmten Korkmodelle nicht fehlen, die im Auftrag des Landgrafen Friedrich II. entstanden und zwischen 1777 und 1782 von dem römischen Modellbauer Antonio Chichi angefertigt wurden. Dass bei allem religiösen Ernst aber auch der Spaß nicht fehlen durfte, verdeutlichte der Guide am Beispiel einer Statue, die einen tanzenden Satyr zeigte, der sich selbst rhythmisch mit zwei kleinen Klangbecken und einer Fußklapper begleitet.

Im Anschluss an die Führung bestand dann noch die Möglichkeit, die weiteren Etagen des Museums zu erkunden, was die Schülerinnen und Schüler u.a. zu einem Besuch in der Gemäldegalerie Alte Meister nutzten, von der sie sich im Nachgang der Exkursion sehr beeindruckt zeigten.

Unser Dank geht an Herrn Orgir für die interessante Führung und an das Team von Hessen Kassel Heritage, das uns sehr freundlich empfangen hat und vor allem sehr kulant bei der Erteilung der Fotoerlaubnis war.
