Vor dem Hintergrund des internationalen Holocaust-Gedenktages luden der Förderverein und das Kulturforum Hofgeismar die Öffentlichkeit am 27. Januar zu einem Theaterstück über Wilhelm Leuschner ein, das von Jan Uplegger, Maria Hinze (Klavier und Akkordeon) und Yumiko Tsubaki (Geige) auf die Bühne der Aula gebracht wurde.
Die Aufführung zeichnete den Lebensweg Wilhelm Leuschners seit der Zeit der Weimarer Republik nach, in der der überzeugte Demokrat und hessische Landespolitiker schon früh vor den Gefahren warnte, die von den Nationalsozialisten ausgingen.

Dabei wechselten sich Elemente einer biographischen Erzählung ab mit szenischen Passagen, in denen Jan Uplegger z.B. als hessischer Innenminister an einem Pult Auszüge aus parlamentarischen Reden vortrug oder auch aus einem Brief an Leuschners Geliebte vorlas. Auch wurde die Zeit seiner Haft im KZ Börgermoor dargestellt, dessen Insassen bereits vorher das Lied von den Moorsoldaten verfasst hatten.

Dementsprechend intonierten Maria Hinze, Jan Uplegger und Yumiko Tsubaki dieses bekannte Widerstandslied, bevor die Erzählung mit dem Widerstandsnetzwerk weiterging, das Leuschner als Geschäftsreisender aufbaute. Diese Aktivitäten brachten ihn auch mit den Attentätern des 20.Juli 1944 in Verbindung, nach deren Vorstellungen er in einer neuen demokratischen Regierung das Amt des Vizekanzlers hätte übernehmen sollen. Bevor es aber dazu kam, wurde Leuschner denunziert, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Besonders beklemmend wurde es hier, als Jan Uplegger Auszüge aus der Urteilsbegründung zitierte und damit die ganze kaltherzige Grausamkeit eines verbrecherischen Regimes verdeutlichte.
Im anschließenden Nachgespräch, das der Bürgermeister Torben Busse moderierte, erklärten die beiden Musikerinnen und der Schauspieler noch einzelne Szenen. Außerdem schilderten sie die Entstehung des Stückes, das während der Coronazeit auf der Grundlage persönlicher Dokumente wie den Briefen verfasst wurde.
So entstand eine intensive, herausfordernde und auch bedrückende Darstellung Wilhelm Leuschners, der sein Leben für seine demokratischen Ideale geopfert hat. Nicht nur deswegen kann er auch für unsere heutige Zeit ein Vorbild sein, ein Gedanke, den auch der Schulleiter Tim Sauerwein in seiner Begrüßungsrede betonte.
Bereits am Mittag hatte es die Aufführung für die Jahrgänge E1 und Q1 gegeben, für die das Theaterstück so zur offiziellen Veranstaltung zum 27. Januar wurde. Die ASS bedankt sich ganz herzlich beim Förderverein, der beide Veranstaltungen und damit einen wichtigen Beitrag zur Gedenk- und Erinnerungskultur ermöglicht hat.
