Düster, beklemmend und beeindruckend war die Aufführung der Q3 des Faches Darstellendes Spiel am 28. Januar 2026 in der Aula der ASS.
Die Schülerinnen setzten sich in ihrer Collage mit Erwartungen an sie als junge Frauen auseinander, mit denen sie beispielsweise täglich durch Social Media konfrontiert werden. Außerdem thematisierten sie unterdrückende Strukturen, die Gewalt gegen Frauen fördern.

Dafür setzten sie auf Märchen und verbanden sie mit dem Heute. Der Titel „Früher war alles besser“ entpuppte sich dadurch schnell als leere und unwahre Worthülse.
Die gewählten Märchen, aus denen prägnante Ausschnitte ausgewählt worden waren, zeigten unbarmherzige Vergleiche, Unterdrückung, Ausgrenzung und Gewalt, die den Frauen durch Eltern oder die Gesellschaft angetan wurden. So wird die Tochter des Müllers aufgrund einer Lüge, Stroh zu Gold spinnen zu können, dem König übergeben, Schneewittchen dient der Königin als ständiger Vergleichspunkt, dem sie sich nicht nähern kann, Rapunzel soll vor der Welt geschützt werden, die „Hexe“ bei Hänsel und Gretel wird auf Grund ihrer Lebensweise mit Gerüchten überschüttet und Dornröschen wird gegen ihren Willen vom vermeintlichen Prinzen „geweckt“.

Das alles wurde von aktuellen Statistiken gerahmt, die auf die Folgen des permanenten Vergleichens, der TikTok-Trends in Bezug auf normalisierte Gewalt national und global aufmerksam machten.
Das Abschlussbild entließ die Zuschauenden mit einem bittersüßen Gefühl: „Eigentlich wollen wir doch einfach nur sein.“ Die Spielerinnen stellten sich nach diesem Satz zu einem Happy-Clappy-Freundinnen-Foto zusammen und man wünschte ihnen in dem Moment genau das: Dass sie einfach ihren Weg in der Welt finden können, ohne den Druck von außen, ohne Bedrängnis, aber mit ganz viel Solidarität und Unterstützung untereinander.

Die Inszenierungsweise war geprägt von choreografierten Bewegungsmustern, Licht und einem musikalischen Hintergrund, die die leere Bühne ausfüllten. Jede Szene zeigte choreografische und chorische Elemente, Wechsel zwischen Slowmotion, hohem Tempo und ganz klaren plötzlichen Bewegungen, zwischen Lichtfarben und Helligkeit, die die Ebene der Erzählung markierten.

So hielt sich die Spannung vom ersten bis zum letzten Bild. Durchbrochen wurde sie lediglich durch einzelne lustige Momente: Der absurd realistische TikTok-Feed, der unterbrochen wird, die Königin, die mit einem Besen versucht, ihre Haare zu Locken zu bürsten, die Frage des TikTok-Feeds nach unserer Überforderung und den dazugehörigen Tipps.

So entstand ein stimmiges unterhaltsames Gesamtpaket, das seine Zuschauenden mit vielen Eindrücken in den Abend entließ.
Es spielten:
Marie Dürdodt (leider erkrankt)
Emelie Feine
Nicole Gajewski
Emma Lange
Mailin Marx
Winona-Marie Paskalvis
Rieke Paukstat
Nele Rädiker
Greta Simon
Juliana Spratte
Ajsa Ujkanovic
Julia Weis
Licht: Irina Uliyanova
Spielleitung: Mirjam Stöger
