Zwei spannende Tage voller europäischer Ideen, interessanter Gespräche und neuer Impulse erlebten unsere Juniorbotschafterinnen Marie Geisen, Maya Möller, Tuba Ashraf Gujjar und Maja Zöltzersowie die Seniorbotschafterinnen Dr. Kerstin Meier und Stefanie Schrader am 10. und 11. September 2026 bei der Botschafterkonferenz der Region Südwest an der Karl-Rehbein-Schule in Hanau. Mit rund 120 Teilnehmer/-innen von ca. 20 Botschafterschulen konnten wir uns über Europa, die EU, Demokratiebildung und die Arbeit im Programm „Botschafterschule für das Europäische Parlament“ (EPAS) austauschen. Maja und Tuba hatten sich freiwillig zur Mitarbeit im Social-Media-Team gemeldet und posteten interessante Eindrücke vom zweitägigen Programm auf dem Instagram-Account des Europäischen Parlaments (https://www.instagram.com/europaparlament?stkn=MWs0NjcZnFtcm0wdg==).

Programm am 10.09.2026
Am Donnerstagmittag begann die Konferenz mit einer Begrüßung und verschiedenen Kennenlernspielen, bei denen schnell Kontakte zu Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften anderer EPAS-Schulen geknüpft wurden.
Anschließend arbeiteten Junior- und Seniorbotschafter in getrennten Gruppen weiter. Die Juniorbotschafter/-innen beschäftigten sich in einer Zukunftskonferenz mit der Frage: Wie sieht dein Europa der Zukunft aus? und lernten in schulübergreifenden Gruppen auf spielerische Weise den langfristigen Haushalt der Europäischen Union kennen.
Die Seniorbotschafterinnen und -botschafter nutzten die Zeit zum intensiven Austausch. In wechselnden Tischgruppen wurden Fragen diskutiert wie: Welche Themen beschäftigen die EPAS-Gruppen derzeit besonders? Welche Erfahrungen gibt es mit EU-Unterrichtsmaterialien? Wie gut funktioniert der Peer-to-Peer-Ansatz an den einzelnen Schulen? Die Gespräche lieferten zahlreiche Anregungen für die zukünftige Arbeit an der ASS.

Ein besonderer Höhepunkt war das anschließende Europa-Café. Hier stellte jede Botschafterschule ein aktuelles Projekt vor. Die Albert-Schweitzer-Schule präsentierte ihr gelungenes politisches Speed-Dating mit hessischen Landespolitikern, das am 23.03.2026 gemeinsam mit den anderen nordhessischen Europaschulen an der Friedrich-List-Schule Kassel durchgeführt wurde. Daneben wurden viele weitere kreative Projekte vorgestellt, darunter EU-Quizformate, selbst entwickelte Kartenspiele zur EU, Erasmus+-Fahrten sowie Besuche beim Programm Euroscola in Straßburg.
Nach einem leckeren veganen Abendessen klang der erste Konferenztag mit einem EU-Kahoot aus. Anschließend bezogen die Teilnehmenden ihre Unterkünfte. Unsere Delegation war im modernen Grimm’s Hotel untergebracht und konnte den Tag dort entspannt ausklingen lassen.
Diskussion mit Tiemo Wölken (MdEP, SPD) am Freitagvormittag
Der Freitag stand ganz im Zeichen des politischen Austauschs. Die Teilnehmenden bereiteten zunächst Fragen für den Europaabgeordneten Tiemo Wölken (SPD) vor, der leider nicht persönlich nach Hanau reisen konnte, sondern digital zugeschaltet wurde. Er hatte sich aber 90 Minuten für die Juniorbotschafter/-innen Zeit genommen.

Die Schülerinnen und Schüler nutzten diese Gelegenheit intensiv und stellten Herrn Wölken eine Vielzahl von Fragen, die ihnen wirklich unter den Nägeln brannten. Diskutiert wurden aktuelle politische Entwicklungen wie z.B. der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, die Klimapolitik der Europäischen Union sowie Möglichkeiten politischer Beteiligung für Jugendliche. Auf die Frage, wie die EU ihre Klimaziele erreichen könne, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu gefährden, verwies Wölken auf den weiteren Ausbau von Speichertechnologien für erneuerbare Energien, insbesondere Batteriespeicher und Wasserstofflösungen. Auch die Einführung von Abgaben auf besonders klimaschädliche Energieträger wurde thematisiert.
Ein weiteres wichtiges Thema war die politische Mitgestaltung junger Menschen. Auf die Frage, wie Jugendliche Einfluss nehmen können, obwohl sie noch nicht wählen dürfen, ermutigte Wölken zum Engagement in den Jugendorganisationen der Parteien sowie zu Diskussionen mit Familie und Freunden über politische Themen. Er riet den Schüler/-innen, Eltern und Familie in Gesprächen davon zu überzeugen, so zu wählen, dass es im Interesse der jungen Generation sei.
Auch kritische Fragen wurden gestellt, etwa zum Einfluss großer Unternehmen auf politische Entscheidungen in Brüssel. Wölken erläuterte die Transparenzregeln und das Transparenzregister der Europäischen Union, räumte jedoch ein, dass das Thema Lobbyismus weiterhin eine Herausforderung für die Demokratie bleibe. Die Diskussion war offen, lebendig und zeigte, wie groß das politische Interesse der anwesenden Jugendlichen ist.
Zum Abschluss blickten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam auf die Konferenz zurück: Welche Ideen anderer Schulen haben inspiriert? Welche Wünsche gibt es für zukünftige Botschafterkonferenzen? Welche Unterstützung würde die Arbeit im EPAS-Alltag erleichtern? Mit vielen neuen Ideen, wertvollen Kontakten und frischer Motivation trat unsere Gruppe schließlich die Rückreise mit der Bahn nach Kassel an.
Interesse an der EU?
Wer sich für europäische Politik, Demokratie, internationale Begegnungen, die Mitarbeit an spannenden Schulprojekten und die Teilnahme an Veranstaltungen interessiert, ist in unserer EPAS-Gruppe herzlich willkommen. Sprecht einfach unsere Junior- und Seniorbotschafterinnen an und macht mit! Europa lebt vom Mitmachen.

