Vom 24. bis 26. November 2025 nahmen vier Schülerinnen und zwei Lehrerinnen der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar an einer besonderen Studienfahrt nach Colmar und Straßburg teil. Gemeinsam mit je vier Schüler/-innen und zwei Lehrkräften der insgesamt acht nordhessischen Europaschulen (NOHES) reisten Braah Al Hnawi, Lilly Zöltzer, Lilly Mackewitz und Nina Schoppe begleitet von Dr. Christine Mösche und Dr. Kerstin Meier in die deutsch-französische Grenzregion. Die Fahrt wurde vollständig aus Europaschulmitteln finanziert – als Anerkennung für das außergewöhnliche Engagement der Jugendlichen rund um die Botschafter- und Europaschularbeit. Die vier Schülerinnen hatten beim Europaschuljubiläum der ASS am 13.09.25 die Moderation des Festakts sowie der Podiumsdiskussion in souveräner, kenntnisreicher und charmanter Art und Weise übernommen.
Erster Tag: Colmar im Adventslicht

Bereits die Einfahrt nach Colmar am Nachmittag des 24.11. sorgte für Staunen: Auf einem Verkehrskreisel begrüßt eine Nachbildung der New Yorker Freiheitsstatue die Besucher – ein Hinweis auf ihren in Colmar geborenen Erschaffer Frédéric-Auguste Bartholdi. Nach dem Bezug der Zimmer im IBIS-Hotel folgte eine einstündige Stadtführung durch das weihnachtlich geschmückte Colmar. Die Stadtführerin legte dabei Schwerpunkte auf die kunstvollen Straßenschilder, die Hinweise auf die Vergangenheit geben, sowie auf elsässische Spezialitäten wie z.B. den Gugelhupf und die damit verbundenen Traditionen.
Zweiter Tag: Europapolitik zum Anfassen in Straßburg
Am Dienstag stand Straßburg auf dem Programm. Während einer Stadtführung besuchten die Schüler/-innen und Lehrer/-innen das imposante Straßburger Münster und konnten in der protestantischen Kirche Saint-Thomas die Silbermann-Orgel hören, an der schon Albert Schweitzer, der Namensgeber unserer Schule, in seiner Straßburger Zeit häufig spielte. Interessante architektonische Fakten rund um die Fachwerkhäuser im Viertel Petite-France und die nach oben hin kleiner werdenden Fenster der prächtigen Bürgerhäuser rundeten die Führung ab, die leider im Regen stattfand.

Höhepunkt des Tages war der Besuch des Europäischen Parlaments. Nachdem wir die strengen Sicherheitskontrollen durchlaufen hatten, empfing uns der Europaabgeordnete Engin Eroglu von den Freien Wählern zu einem einstündigen Gespräch. Die Schüler/-innen und Lehrer/-innen interessierten sich dabei vor allem für die Haltung der EU zum Krieg in der Ukraine, die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik und das Erstarken populistischer Parteien in vielen Mitgliedsstaaten.
Besonders eindrucksvoll war der Besuch einer laufenden Parlamentsdebatte, in der unter anderem der Bürgerkrieg, die Vertreibungen und Blockaden im Sudan thematisiert wurden. Dazu gab es auch sehr polemische Redebeiträge von EU-Abgeordneten, die uns irritierten, und regelmäßig wurde die recht knappe Redezeit von 2-5 Minuten überschritten. Die Redner wurden simultan in alle 24 Amtssprachen der EU übersetzt, und viele Schüler/-innen und Lehrer/-innen hatten große Freude daran, sich unter ihrem Kopfhörer durch diese beeindruckende Sprachenvielfalt und Konzentrationsleistung der Simultanübersetzer zu klicken. Ein Feueralarm führte gegen Ende unseres Besuchs zu einer kurzen Evakuierung, die wir ohne Jacken im nasskalten Novemberwetter über uns ergehen ließen, bevor der Bus uns wieder zurück nach Colmar brachte.
Dritter Tag: Kunst, Kultur und Weihnachtsmarkt
Am Abreisetag blieb vormittags Zeit, den frisch eröffneten Weihnachtsmarkt in Colmar zu erkunden. Die ASS-Gruppe nutzte die Gelegenheit außerdem für einen Besuch im Musée Unterlinden. Dort beeindruckte vor allem der weltberühmte Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, dessen Ausdruckskraft, Farbgewalt und Detailreichtum uns nachhaltig faszinierten.

Fazit
Die dreitägige Fahrt bot den Schülerinnen der ASS nicht nur Einblicke in die europäische Politik, sondern auch in Kunst, Geschichte, Kultur und Weihnachtstraditionen des Elsass. All das kam sehr gut an und zeigte, dass Engagement im Rahmen der Europa- und Botschafterschularbeit sich in vielerlei Hinsicht lohnt.
