Bewährte „Klassiker“ der Kooperation der nord- und osthessischen Europaschulen (NOHES) wurden in diesem Jahr einer grundlegenden Renovierung unterzogen, was den Teilnehmerinnen der ASS – Braah Al Hnawi, Lilly und Maja Zöltzer, Marie Geisen, Maya Möller und Tuba Ashraf Gujjar – im Wesentlichen gut gefiel.
Schülerakademie in Kassel und Hofgeismar mit einem Planspiel zur Kommunalpolitik
Am 20./21. Februar 2026 fand zum wiederholten Mal eine von der Ev. Akademie Hofgeismar angebotene Schülerakademie für je sechs Schüler/-innen der acht NOHES statt. Am 20.02. gesellten sich jedoch auch weitere Schüler/-innen aus Kassel zu unserer Gruppe, die erstmals in der großzügigen Eventlocation UK 14 in Kassel tagte.
Dr. Oliver Emde, Studienleiter für politische Jugendbildung und Pädagogik an der Ev. Akademie, zwei seiner Mitarbeiter/-innen und Vertreter des Jugendgremiums Kassel hatten anlässlich der anstehenden Kommunalwahlen in Hessen ein professionelles, detailliertes und anregendes Planspiel zum Thema „Wem gehört die Stadt?“ für die Lernenden ausgearbeitet. Dessen Szenario wurde rund um zwei kommunalpolitische Grundsatzentscheidungen im fiktiven Ort Katzenhausen konzipiert, die typische Zielkonflikte lokaler Demokratie darstellten. Zum einen ging es um die Zukunft des „Knie-Geländes“, einer ehemaligen Industriebrache, die als gewachsener Kultur- und Freiraum bewahrt oder zur Wohnraumschaffung genutzt werden könnte. Die zweite Entscheidung betraf die Verlängerung einer Straßenbahnlinie durch den Kiesgrund-Wald und eröffnete das Spannungsfeld zwischen Mobilitätsgerechtigkeit und Klimazielen auf der einen sowie Natur- und Naherholungsschutz auf der anderen Seite. In die Auseinandersetzung eingebunden waren die fünf Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung, acht Interessengruppen als Lobbyisten sowie zwei Lokalzeitungen unterschiedlicher politischer Ausrichtung. Den teilnehmenden Schüler/-innen wurden am Freitagmorgen entsprechende Rollen zugewiesen, in denen sie den ganzen Tag über agierten – im Rahmen von Fraktionssitzungen, Pressekonferenzen, Ausschusstreffen und der finalen Abstimmung in der Stadtverordneten-versammlung. In der Feedbackrunde gab es großes Lob für die Organisatoren, die ihrerseits vom Engagement der Schüler/-innen und der Qualität ihrer Beiträge sehr angetan waren.

Vorbereitung einer Variation des politischen Speed-Datings
Gegen 17:00 Uhr machten sich dann die Schüler/-innen und Lehrer/-innen der acht NOHES auf den Weg nach Hofgeismar, wo ein leckeres Abendessen und ein schönes Zimmer an der Ev. Akademie auf sie warteten. Am Samstagmorgen ging die Veranstaltung mit der Planung des gemeinsamen Aktionstages am 23.03.26 weiter. Dabei überraschten die Schüler/-innen ihre Lehrkräfte mit einer deutlichen Umgestaltung der politischen Speed-Datings der letzten Jahre. Die Lernenden sprachen sich für die Konzeption von sieben Thementischen aus, die die Politiker/-innen sukzessive besuchen und die von den Schüler/-innen je einer Schule inhaltlich vorbereitet werden sollten. Die Lernenden der ASS Kassel übernahmen die Planung und Moderation der Veranstaltung. In den Tischgruppen sollte es um die Themen Sicherheit, Migration, Kultur, Wirtschaft, Mobilität, Bildung und Umwelt gehen. Letzteres wurde den Schülerinnen der ASS übertragen, die sich entsprechende Fragen für die Politiker/-innen überlegten. Außerdem wurde angeregt, an jedem Thementisch die Rollen des Diskussionsleiters, des Protokollanten und des Faktencheckers zu vergeben. Mithilfe des Protokolls sollten dann am Ende der Veranstaltung zentrale Aussagen der Politiker/-innen aus den Tisch-Diskussionen dem gesamten Plenum vorgestellt werden.

Gemeinsamer Aktionstag der NOHES an der Friedrich-List-Schule
Gemäß diesem Plan erfolgte dann auch am 23.03.2026 in der Aula der Kasseler Friedrich-List-Schule das politische Speed-Dating mit 48 Schüler/-innen der NOHES und Kommunal-, Landes- und Europapolitiker/-innen von sieben verschiedenen Parteien: Maximilan Bathon (MdL, CDU), Oliver Ulloth (MdL, SPD), Julia Herz (MdL, Die Grünen), Engin Eroglu (MdEP, Freie Wähler), Timo Scharf (Volt), Pascal Sommer (FDP) und Arvid Jasper (Die Linke). Die meisten der genannten Politiker/-innen sind jünger als 35 Jahre. Vielleicht trug diese Tatsache dazu bei, dass die Diskussionen an den einzelnen Tischgruppen angstfrei, lebhaft und engagiert erfolgten. Die Schüler/-innen fühlten sich von den Politiker/-innen erstgenommen, trauten sich zu fragen und zu argumentieren und waren letztlich sehr zufrieden mit dieser Veranstaltung, die sie in wesentlichen Teilen selbstständig geplant und umgesetzt hatten.

