Exkursion zum ökumenischen Schöpfungstag in Marburg

Exkursion zum ökumenischen Schöpfungstag in Marburg

Als UNESCO-Schule ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung ein wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit an der ASS. Auch im Religionsunterricht spielt die Auseinandersetzung mit der Bewahrung der Schöpfung, der Verantwortung des Menschen und dem respektvollen Umgang mit der Natur eine zentrale Rolle. Die Teilnahme am ökumenischen Schöpfungstag bot uns eine besondere Gelegenheit, diese Themen aus unterschiedlichen religiösen Perspektiven kennenzulernen und mit eigenen Erfahrungen zu verbinden. So fuhren wir am 4. September (Antony Ajrich, Torben Fröchtenicht, Stiven Googe und Alexander Nikitin gemeinsam mit Frau Wagener) nach Marburg, um am ökumenischen Schöpfungstag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) teilzunehmen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ Im Mittelpunkt standen Gespräche und Aktionen zur Bewahrung der Schöpfung und zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt.

Um 14 Uhr begann das Programm mit einer Begrüßung im Alten Botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg. Mithilfe von Zitatekarten setzten wir uns mit unterschiedlichen Positionen der Religionen zum Thema Schöpfung und Naturschutz auseinander. Der Workshop wurde vom Arbeitskreis „Religionen & Naturschutz“ gestaltet. Dabei wurde deutlich, dass Religionen die Natur auf unterschied-liche Weise in ihr religiöses Bewusstsein und ihre Praxis einbeziehen. Der Austausch eröffnete uns neue Perspektiven und zeigte, wie vielfältig religiöse Zugänge zum Schutz der Umwelt sein können. Anschließend führte Tobias Müller, Referent im Tagungs- und Gästehaus Sonneneck des Diakoniehauses Hebron in Marburg und Vertreter der Initiative „Artenreich“, mit uns eine Übung zur Schöpfungs-spiritualität durch (s. Foto). Auf einer nahegelegenen Wiese näherten wir uns der Natur bewusst mit unseren Sinnen. Wir nahmen Geräusche, Gerüche und unsere Umgebung aufmerksam wahr und tauschten uns anschließend über unsere persönlichen Eindrücke aus. Diese Erfahrung machte uns deutlich, wie eng unsere Wahrnehmung und unser eigenes Wohlbefinden mit der Natur verbunden sind. Auch die weiteren Gespräche mit den Teilnehmenden des ökumenischen Schöpfungstags waren sehr informativ und bereichernd. Wir erfuhren, auf welche unterschiedliche Weise christliche Kirchen und Initiativen sich für den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur große Aktionen wichtig sind, sondern auch jeder Einzelne durch sein tägliches Handeln einen Beitrag leisten kann.

Mit den neu gewonnenen Anregungen gingen wir anschließend durch die Marburger Innenstadt. Dabei suchten wir nach Beispielen und Situationen, in denen sich Schöpfungserfahrungen auch im Alltag entdecken lassen. Diese Aufgabe half uns, die zuvor besprochenen Inhalte auf unsere eigene Lebenswelt zu übertragen. Um 17 Uhr begann in der Elisabethkirche ein ökumenischer Gottesdienst, der von verschiedenen christlichen Konfessionen gestaltet wurde. Protestantische, katholische und orthodoxe Gemeinden brachten jeweils eigene Elemente ein. In der Predigt wurde die Vorstellung des gemeinsamen Atems von Menschen, Tieren und Pflanzen aufgegriffen. Dieser Gedanke verdeutlichte, wie eng alle Teile der Schöpfung miteinander verbunden sind. Zugleich wurde die Verantwortung des Menschen betont, diese Verbundenheit wahrzunehmen und sein Handeln danach auszurichten. Zum Abschluss wurde im Rahmen der Eucharistie gesegnetes Brot der griechisch-orthodoxen Kirche gereicht.

Auf der Rückfahrt tauschten wir uns über unsere Eindrücke des Tages aus. Einige Elemente des Gottesdienstes waren für uns zunächst ungewohnt und regten zu kritischen Fragen an. Gerade diese Irritationen waren jedoch Anlass für einen interessanten und offenen Austausch. Wir kamen zu dem Schluss, dass das Bewusstsein, Teil eines großen Ganzen zu sein, unser Verhältnis zur Natur und unser tägliches Handeln nachhaltig beeinflussen sollte. Insgesamt war die Exkursion für uns eine sehr positive und bereichernde Erfahrung. Sie ermöglichte uns, Religion, Nachhaltigkeit und persönliches Handeln miteinander zu verbinden. Besonders eindrucksvoll waren die Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Konfessionen, die praktischen Übungen in der Natur und die Erkenntnis, dass jeder Mensch Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung übernehmen kann.FormularbeginnFormularende